Jahreshauptversammlung

“Irgendwie ist der Wurm drin” 
Bannesdorfer Wehr: Johannes Göbel für 60 Jahre geehrt – Seit 40 Jahren ist Klaus Beck der Wehr treu

BANNESDORF (nic) – Es war kein gutes Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Bannesdorf: Das LF 8, das Ende Juni 2009 zum dritten Mal nullte und Anfang September keine TÜV-Zulassung mehr bekam. Die Abschlussübung Ende Oktober, bei der sich die Tragkraftspritze verabschiedet hatte. Die Abschlussübung der drei Ortswehren Anfang November, bei der die Bannesdorfer mit ansehen mussten, wie bei der Alarmierung ihre Sirene in Flammen aufging. “Irgendwie ist bei uns der Wurm drin”, brachte es Wehrführer Rolf Möller auf diesen Nenner.

Die Neuanschaffung eines Autos zum Jubiläum der Bannesdorfer Wehr sei kein Versprechen, hatte die Politik sich glücklicherweise nicht weit aus dem Fenster gelehnt. Und ein neues Fahrzeug zum 100-jährigen Jubiläum der Bannesdorfer Feuerwehr wird es jetzt auch nicht geben. Gefeiert wird im Oktober ohne girlandengeschmücktes LF 10/6, ein Fahrzeug, das sich mit den Vorstellungen der Bannesdorfer Kameraden deckt. Nachdem das 30 Lenze zählende Fahrzeug nicht mehr durch den TÜV gekommen war, hatten die Kameraden die TS, die knapp zwei Monate später ihren Geist aufgegeben hatte, nebst Material (Schläuch, Verteiler, Strahlrohre) auf den Anhänger geladen. Für das nicht einsatzbereite LF 8 hatte es glücklicherweise Ersatz gegeben. Die Landkirchener Kameraden, die Anfang Oktober ihr neues Löschfahrzeug 20/16 erhalten hatten, traten ihr altes als Ersatz für das alte LF 8 der Bannesdorfer Wehr an den Inselosten ab. Jetzt bleibt den Bannesdorfern nur, bei der Interschutz, der internationalen Fachmesse für den Rettungsdienst, Brand- bzw. Katastrophenschutz und Sicherheit im Juni in Leipzig die Augen aufzuhalten. Vielleicht ist dort ja ein Schnäppchen zu machen. – Nein, eine rundum sorgloses Jahr sieht wirklich anders aus.

Hatten die Kameraden in 2008 mit 42 Einsätzen noch alle Hände voll zu tun, hielten im verganagenen Jahr gerade einmal 17 Einsätze die Mannen der löschenden Zunft auf Trab. Darunter waren sogar nur fünf realistische, die anderen zwölf Einsätze waren so genannte Einsatzprotokolle, die schon vorher terminlich feststanden und zu Protokoll gebracht werden mussten. “Trotz der wenigen Einsäte hatten wir genügend Aufgaben von Januar bis Dezember zu erledigen”, so Wehrführer Rolf Möller.
Dazu zählte, um die Serie “Pleiten, Pech und Pannen” komplett zu machen, die bis dato zweimaligen Anläufe nach Neustadt zur Ausbildung. Gemeinsam mit den Wehren Puttgarden-Todendorf und Meeschendorf waren die Bannesdorfer Ende September nach Neustadt gefahren. Nach dem Pulverlöscher war das Löschwasser zum Einsatz gekommen. Doch wohin damit? “Die Absaugeinrichtung in der Brandhalle versagte und wir mussten den Übungsablauf abbrechen. Jetzt müssen wir einen dritten Anlauf nehmen und hoffen, dass es dann klappt mit der kompletten Ausbildung”, so Rolf Möller. Der erste geplante Besuch in der Neustädter Brandhalle war Ende Mai einer Grippewelle zum Opfer gefallen. Es standen nicht genügend Ausbilder zur Verfügung.

Aber es gab auch Positives zu vermelden. Im Oktober wird ganz groß gefeiert. Zwei Tage lang lassen es die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr gemeinsam mit ihren Gästen so richtig krachen und begehen am 25. und 26. Oktober das 100-Jährige.

100 Jahre – das brachten Johannes Göbel, der für 60-jährige Zugehörigkeit zur Wehr geehrt wurde und Löschmeister Klaus Beck, seit 40 Jahren dabei, zustande. Johannes Göbel, 1950 in die Wehr eingetreten, war 1998 nach Bannesdorf gekommen. Zuvor war Johannes Göbel von 1984 bis 1998 Ortswehrführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Puttgarden-Todendorf, erinnerte Werner Ehlers, der den Bürgermeister vertrat, im Rahmen der Ehrung.

Andreas Schacht wurde im Rahmen der Jahreshauptversammlung zum Hauptlöschmeister drei Sterne, Löschmeister Olaf Roden zum Oberlöschmeister befördert. Phillip Dellemann und Uwe Delfskamp wurden zu Oberfeuerwehrmännern ernannt. Hauptfeuerwehrmänner drei Sterne dürfen sich seit Sonnabend Jan-Hendrik Kreil, Ralf Kenzler und Peter Preußler nennen.

Verpflichtet wurden Hans-Martin Kurrat und Karl-Peter Mau.

Quelle: ft-online/lokales vom 22. März 2010