Jahresabschlussübung

Groß angelegte Übung dreier Wehren mit Wasserwerfer, Hebekissen, hydraulischer Winde und Motorsäge

FEHMARN – Gut, dass es nur eine Übung war und gut, dass sich die Wehren aus dem Inselosten diesmal ohnehin weniger aufs Löschen als auf die Präsentation und fachmännische Anwendung von Spezialgerät verlegten: Der Leitungsdruck in Katharinenhof reichte nicht aus, um die Kameraden auf der Hofstelle Liesenberg über den Hydranten mit genügend Löschwasser zu versorgen. Der Druck sei mit gerade einmal 1,2 Bar unzureichend gewesen, so Meeschendorfs Wehrführer Björn Wilder am Sonnabend im Rahmen der Manöverkritik zur Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehren Puttgarden-Todendorf, Bannesdorf und Meeschendorf. Im Ernstfall müsste zusätzlich Wasser aus dem Löschteich entnommen werden, was zusätzlich Zeit kosten würde. “Vielleicht haben ja auch die Burger so viel Wasser gezogen?”, unkte Wilder. Denn, ja: Auch die Freiwillige Feuerwehr Burg hatte, zeitgleich zu den Wehren aus dem Inselosten, zur Abschlussübung eingeladen.

In Katharinenhof wurde in einer Werkstatt ein Schwelbrand simuliert. Durch Funkenflug hatte sich auf einem benachbartem Feld bereits ein veritabler Flächenbrand entwickelt. Zu allem Übel wurde in der Werkstatt und einem benachbarten Gebäude zwei Menschen vermisst. “Verletzt” und nicht ansprechbar, wie die ohnehin recht ramponierten Übungsdummys den Eindruck von körperlicher Versehrheit noch unterstrichen.

Während Kameraden unter Atemschutz ins verqualmte Gebäude vordrangen und die “Verletzten” zur medizinischen Erstversorgung zur Sani-Station brachten, hatten die Puttgardener mit ihrem LF 16/12 auch den Wasserwerfer dabei und machten dem Flächenbrand den Garaus. Die Meeschendorfer sorgten mit ihrem Lüfter dafür, dass die Werkstatt schnell wieder rauchfrei wurde. Damit die Bannesdorfer vor etlichen Zuschauern der breit angelegten Übung demonstrieren konnten, wie man eine unter einem Gabelstapler eingeklemmten und verletzten Person, im Fall der Übung am Sonnabend natürlich wieder eine Puppe, sanft unter dem Fahrzeug hervorziehen kann. Mit einer hydraulischen Winde, die problemlos 20 Tonnen stemmen kann, wurde der 10 Tonnen schwere Stapler angehoben. Das gleiche Szenario demonstrierten die Kameraden der Bannesdorfer Wehr mit dem Einsatz von pneumatischen Hebekissen, die ebenfalls zur Befreiung eingeklemmter Personen sowie zum Anheben, Ablassen und Verschieben von Lasten dienen. Der Gabelstapler – ein Kinderspiel für die Kissen, die bis zu 30 Tonnen heben können.

Zuvor hatten die Puttgardener zeigen wollen, wie man eine abgeschlossene Tür mit einem so genannten Ziehfix öffnen kann, so dass lediglich der Schließzylinder zerstört wird und an seiner schwächsten Stelle auseinanderreißt. Tür und Rahmen bleiben für gewöhnlich unbeschädigt. Das war auch am Sonnabend so, denn die Spezialzugschraube, die in den Schließzylindergedreht wurde, brach durch: Vorführeffekt. Dafür konnten sich die Besucher davon überzeugen, wie in wenigen Minuten mit einem Fenstöffner ein auf Kipp stehendes Fenster plötzlich sperrangelweit offen steht. Es wurde demonstriert , wie man ein Rohr mit einem Dichtkissen, das sich mit Pressluft entsprechend vergrößern lässt, verschließen kann.

Auch die Personenrettung über einen breiten Graben funktionierte. Dank Teilen der Steckleiter, Kameraden, die mit Seilen quasi ein Geländer spannten und dank des Gleichgewichtssinns und der Balancierfähigkeit jener Kameraden, die den “Verletzten” über zwei nebeneinander gelegte Leitern trockenen Fußes über den Wasser führenden Graben brachten.

Dass die Kameraden mit der Motorsäge umzugehen verstehen, davon konnten sich die Zuschauer zum Schluss der Einsatzübung überzeugen, als ein Baum auf dem Gelände Liesenberg gefällt wurde und exakt in die ihm vorgedachte Richtung fiel. Die andere Seite wäre als Kipprichtung auch mehr als unglücklich gewesen: unmittelbar hinter dem Baum stand das Wohnhaus.

Quelle: Print-Ausgabe Fehmarnsches Tageblatt vom 07. November 2011