Jahreshauptversammlung

Viele schwere Einsätze für Bannesdorfer 
„Ein Garant der Sicherheit im Inselosten“

FEHMARN – Es war eine ereignisreiches Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Bannesdorf. Große und schwere Einsätze haben die Kameraden in den zurückliegenden zwölf Monaten gefordert. Retten, Löschen, Bergen, Schützen – die komplette Bandbreite ihres Leistungsspektrums wurde bei den 27 Einsätzen – darunter drei Groß- und acht Kleinbrände, ein Verkehrsunfall und drei Unwettereinsätze – abgefragt.

„Strohballen brennen in der Dorfstraße 30.“ So lautete die Alarmierung. Doch was die Kameraden am 19. Mai gegen 3.20 Uhr in Klausdorf vorfanden, war ein Großfeuer auf dem Hof der Familie Lafrentz gewaltigen Ausmaßes.

„Beim Eintreffen brannte die Scheune und der Geräteschuppen in voller Ausdehnung. Der hintere Teil des Sauenstalls an der Ostseite des Grundstückes hatte durch starke Hitzeentwicklung ebenfalls Feuer gefangen. An der Südseite brannte der Pferdestall aus Holz. Der Trecker auf der Ostseite brannte ebenfalls. Außerdem brannte der Dieseltank im Geräteschuppen in voller Ausdehnung“ rief Wehrführer Rolf Möller dieses Schreckensszenario in seinen Jahresbericht noch einmal in Erinnerung.

Zur nachbarschaftlichen Löschhilfe seien die Feuerwehren Burg, Puttgarden-Todendorf, Meeschendorf, Landkirchen, Bisdorf-Hinrichsdorf und Vadersdorf-Gammendorf hinzugezogen worden. Auch die Führungsunterstützungsgruppe Fehmarn und der Rettungsdienst seien alamiert worden.

Durch den massiven Löscheinsatz seien der Sauen- und Pferdestall sowie der brennende Trecker mit Anhänger gelöscht werden. Weitere umliegende Objekte und der Gülletank seien durch Kühlung geschützt worden, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern. „Die Scheune, in der, das Feuer entstanden war, konnte nicht gerettet werden. Die darin befindlichen 75 Schweine verbrannten“, so Rolf Möller. Die helfenden Wehren Wehren seien nacheinander bis 7.30 Uhr entlassen worden. Danach übernahmen die Bannesdorfer die Nachlöscharbeiten – und die dauerten über drei Tage. „Leider stellte sich später heraus, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde“, so Rolf Möller.

Es war am 27. August, an ihrem Geburtstag, so Christiane Dittmer, als ein Blitz gegen 1.40 Uhr ins Reetdachhaus der Familie Beyer in Johannesberg, ihr Elternhaus, eingeschlagen hatte.
Um 23.30 Uhr hatte Wehrführer Rolf Möller per SMS eine erneute Unwetterwarnung mit der Warnstufe orange erhalten, und um 1.02 Uhr sei die Warnstufe auf rot erhöht worden, weil sich über der Ostsee ein schweres Gewitter entwickelt hatte. Es war eines der heftigsten Gewitter der letzten Jahre, das Fehmarn in der Nacht von Freitag auf Sonnabend (27. August) erlebte.

„Um 1.44 Uhr erhielten wir den Alarm. Nach dem Erreichen des Einsatzortses hatten wir den Auftrag, eine Wasserversorgung von Krummensiek her aufzubauen.“ Danach erfolgte die Unterstützung beim Löscheinsatz mit Wasser und Schaum. „Während des gesamten Einsatzes hatten wir mit dem Dauerregen und Regen und Donner zu kämpfen. Unsere Kameraden waren bis zur unterwäsche durchnässt, sodass zwischendurch andere Einsatzkleidung angezogen werden musste. Es war ein langer und harter Einsatz für einige Kameraden, denn wir sind erst mittags zurück am Gerätehaus gewesen und haben noch die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Geräte wieder hergestellt“, so Rolf Möller.

Es sei das dritte Mal gewesen, dass die Familie Beyer/Dittmer einen solchen Schicksalsschlag habe erleben müssen. Im Winter 1969 sei das Reetdachhaus, in Burgtiefe abgebrannt. Vor 24 Jahren habe eine Scheune der Familie in Flammen gestanden, und nun schon wieder das Elternhaus, diesmal in Johannisberg. Christiane Dittmer bedankte sich am Sonnabend für den unermüdlich geleisteten Einsatz aller Kameraden in der Brandnacht.

Am Nachmittag die gemeinsame Abschlussübung mit ausgedachtem Szenario, in der Nacht dann holte die traurige Realität die Kameraden ein: „Kamerad Paul Hinnerk Witt verunglückte mit seinem PKW.“ Es habe Betroffenheit geherrscht bei den Kameraden über das Unglück, das sie verarbeiten mussten, so Möller. „Bei der seelischen Verarbeitung hilft uns meist der Kamerad Michael Löcke, der ausgebildeter Notfallseelsorger ist. Leider sind auch Michael Löcke und seine Frau Bärbeli vor Weihnachten auf der A1 Richtung Gremersdorf verunglückt“, so Möller.

„Alles können wir nicht berichten, auch wenn es noch so interessant war“, hätte Möller sonst noch viel mehr in petto gehabt. Doch bereits der zehnseitige Jahresrückblick der Bannesdorfer Wehr hatte bei der Versammlung am Sonnabend den richtigen Eindruck vom Arbeitsaufkommen der Bannesdorfer Wehr vermittelt. „Ihr seid ein Garant für die Sicherheit im Inselosten. Die Feuerwehr Bannesdorf steht schon hervorragend da, das darf man sagen“, lobte stellvertretender Gemeindewehrführer Heino Lafrenz.