Gut Staberdorf – Pkw-Brand und vermisste Person

Der Alarm ging um Punkt 15 Uhr. 50 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Meeschendorf, Puttgarden-Todendorf und Bannesdorf rückten mit sieben Einsatzfahrzeugen aus und erreichten binnen Minuten den Einsatzort, das Gut Staberhof im Osten der Insel. Hier galt es zuallererst, einen brennenden Pkw zu löschen, der direkt neben einer Scheune abgestellt war.So begann die Herbstabschlussübung der drei Wehren, die am Sonnabend zusammen den Ernstfall probten.

Auch das neueste Einsatzfahrzeug der Insel war bei der Übung eingesetzt. – © Mediengruppe Kreiszeitung

Im weiteren Übungsverlauf nahm die Brisanz zu, denn ein zweites Fahrzeug hatte Feuer gefangen, und eine Scheune geriet in Brand. Zudem wurden kurzfristig zwei kleine Kinder vermisst.
Verantwortlich für das Übungsszenario war in diesem Jahr die Meeschendorfer Wehr, die Leitung des Einsatzgeschehens oblag dem stellvertretenden Ortswehrführer Klaus-Dieter Bohnsack. Das Einsatzleitfahrzeug stellte die Ortswehr aus Bannesdorf. Zahlreiche Zuschauer hatten sich auf dem Gut Staberhof eingefunden, und der Meeschendorfer Wehrführer Björn Wilder moderierte via Megafon das Einsatzgeschehen.
Er erläuterte, dass eine Übung ausgearbeitet worden sei, die einer alltäglichen Einsatzlage entspricht. Dabei sollte neben der Zusammenarbeit der drei Wehren vor allem auch die Einsatzleitung herausgefordert werden, Entscheidungen zu treffen und entsprechende Befehle zu geben. Nach der Alarmierung und einer ersten Erkundung der Lage vor Ort musste die Einsatzleitung eine Lagebeurteilung vornehmen und die richtigen Entschlüsse fassen. „Eine unüberlegte Befehlgabe durch blinden Aktionismus ist für den Einsatz schädlich. Daher hat sich die Einsatzführung ein Bild von der Lage zu verschaffen und erst dann ihre Befehle zu geben“, informierte Björn Wilder.
Im Übungsverlauf wechselten die Prioritäten. Waren zuerst nur Materialwerte in Gefahr, wurden im weiteren Übungsverlauf zwei Kinder vermisst. Leben und Gesundheit von Personen haben natürlich Priorität. Bei der Übung kam mit dem HLF 20/16 der Feuerwehr Puttgarden-Todendorf auch das neueste Feuerwehrfahrzeug der Insel zum Einsatz, mit seiner an Bord befindlichen Wasserkanone.
Mit dem Übungsverlauf, den Entscheidungen sowie Befehlen und der Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte zeigte sich Fehmarns Gemeindewehrführer Volker Delfskamp als Manöverbeobachter zufrieden, wenn es auch kleinere Probleme gab, zum Beispiel bei der Einrichtung von Wasserentnahmestellen am erst vor wenigen Jahren ausgebaggerten Feuerlöschteich. Zudem war die Erkennbarkeit des verantwortlichen Einsatzleiters (gelbe Weste vorgesehen) nicht sofort gegeben.
Grundsätzlich aber leisteten alle Kameraden bei der Herbstabschlussübung gute Arbeit und überzeugten die zahlreichen Zuschauer, darunter Bürgervorsteherin Brigitte Brill, stellvertretender Bürgermeister Jörg Weber (beide SPD), mehrere Wehrführer der Insel und Angehörige der Ehrenabteilung, von ihrem guten Ausbildungsstand. Auf eine vorgesehene Manöverkritik im Meeschendorfer Dörfergemeinschaftshaus wurde daher verzichtet. Die beteiligten Kameraden und ihre Gäste stärkten sich nach der Abschlussübung mit einer zünftigen Erbsensuppe.

Quelle: fehmarn24.de