Kritik für: Gelöscht wird erst ab 18

Dies und das – von jedem was. Es ging um den Feuerwehrbedarfsplan (wir berichteten), darum, dass erst 18-jährige zum Einsatz dürfen und um Anreize für die Kameraden. Die Jahreshauptversammlung der Bannesdorf Wehr war aufschluss- und facettenreich. 3 Stunden wurde Bilanz gezogen und diskutiert. Über interessante und für die Kameraden relevante Themen.Gelöscht wird erst ab 18: das kritisierte Wehrführer Rolf Möller. Dabei dürfe man mit 15 bereits die Mofa-Prüfbescheinigung machen, mit 16 den Führerschein T, um 30-Tonnen-Trecker zu fahren, eine Ausbildung beginnen, zur Wahl gehen und mit 17: begleitendes Fahren… Also: “Warum darf ein 16-jähriger im Ernstfall kein Strahlrohr halten?” Apropos halten: “Wenn wir die jungen Leute halten und motivieren wollen”, sprach Möller an, sollte man einmal darüber nachdenken. Die jungen Leute wollen nicht ein Jahr warten, bis sie dann endlich mal einen Schlauch halten dürfen.
“Die Welt braucht Menschen, die anderen helfen” bediente sich stellvertretender Bürgermeister Jörg Weber eines Zitats von Joseph Kardinal Höffner und lobte die Bereitschaft der Kameraden, die sich für das eigene Umfeld einsetzen. “Das ist unverzichtbar für jedes Gemeinwesen”, so Weber, und hatte eine Bitte: “Werden sie nicht müde, Verwaltung und Politik immer weiter auf Missstände aufmerksam zu machen.” Das Thema Feuerlöschteich er wäre nie so hochgekocht worden, wenn Wehrführer Möller nicht Klartext gesprochen hätte, so Jörg Weber.
Reizthema Feuerwehranreize. “Wir sind dabei gewesen, dann sei das Thema wieder aus den Augen verloren worden.” Es sei ein Riesenaufwand gewesen. Verträge, die geschlossen werden sollten zwischen dem “Fehmarn” und der Stadt. Dann sei alles im Sande verlaufen. Er habe “das ganze Thema ohnehin nicht verstanden”, so Gemeindewehrführer Volker Delfskamp. Warum es nicht möglich sein sollte, dass ein Feuerwehrmann mit seinem Ausweis zum “FehMare” geht und sagt, er möchte gerne 1 Stunde schwimmen, hat sich Volker Delfskamp nie erschlossen. Stattdessen habe über Kostenübernahme verhandelt werden müssen. Ich hoffe, dass wir das in diesem Jahr auf die Reihe bekommen, so Delfskamp. Freies Parken. Das Thema werde nunmehr noch interessanter, weil das Parken am Südstrand bekanntlich gebührenpflichtig wird. Vielleicht sei es ja möglich, dass die Feuerwehrkameraden dort frei parken können, wenn sie zum Strand gehen. “Der Bürgermeister hat es bislang immer abgelehnt, aber wir treten ihm diesbezüglich vor Schienbein”, so Delfskamp, und hofft, dass die Sache irgendwann zum Erfolg führe. “Auch wenn wir 300 Kameraden auf der Insel haben” – es seien ja nicht die Massen, die am Südstrand parken wollten. Dabei handle es sich nur um einen Bruchteil. Denn welcher Kamera geht wirklich an den Südstrand zum Baden? Die meisten zögen es doch vor, an einen anderen Strandabschnitt zu gehen und nicht zwischen tausenden von Touristen zu liegen, so Delfskamp.
“Die Ausrüstung der Wehr auf Fehmarn ist bestimmt nicht schlecht und die Politik tut vieles für die Feuerwehr”, so Rainer Haselhorst in seinen Grußworten. Er ging auf den vom stellvertretenden Wehrführer der Bannesdorf, Andreas Schacht, vorgestellten Feuerwehrbedarfsplan ein (wir berichteten). “Wer macht denn die Richtlinien?”, dachte Haselhorst daran, dass es 18-jährige mit zu Feuerwehreinsätzen dürfen und ab 50-jährigen nicht mit zu den aktiven Kameraden zählen. “Wir von der Politik können da bestimmt nichts machen”, so Haselhorst, der den Vorstoß von Andreas Schacht nicht sonderlich gut fand. “Ein unfertiges Papier jetzt schon zur Diskussion zu stellen, ich weiß nicht… ” Und zum Thema freies Parken: “Wenn ich zum Amt will als Stadtvertreter muss ich mir auch ein Parkticket ziehen”, gab Rainer Hasenhaus zu bedenken. “Du kriegst ja auch Sitzungsgeld”, kam es aus Reihen der Kameraden. Der Rest klopfte unter Gejohle bestätigend auf die Tische, bevor Andreas Schacht dem im zugespielten bei Aufnahme. “Den Status, den wir auf Fehmarn haben, wünscht sich manche Wehr südlich der Sundbrücke”, bestätigte Schacht, der den Zeitpunkt, über den 168-Seitigen Feuerwehrbedarfsplan zu sprechen, genau passend fand. Das Papier sei im Entwurf, und jetzt werde darüber diskutiert. Wenn ich der Plan verselbstständige, sei es zu spät, darüber zu diskutieren. Jeder sei jetzt sensibilisiert sich zu hinterfragen wie es damit nun weitergeht.
Ehrenamtswehrführer Hans-Joachim Mandel kritisierte das strapazieren des Ehrenamtes. Früher habe für einen Unfall eine halbe DIN-A4 Seite für die Feuerwehrunfallkasse ausgefüllt werden müssen, heute seines mehrere Seiten. Kein Wunder, dass keine Kameraden für das Ehrenamt zu finden seien, für das sie nebenbei “Papierkrieg” betreiben müssten. “Auf der einen Seite müssen wir bis 67 arbeiten, bei der Feuerwehr fänden Kameraden im Alter von 50 bis 67 Jahren als Aktive gar nicht statt. Das sollen doch gerade die Kameraden mit der meisten Erfahrung. “Das kann ja wohl nicht angehen”, ereiferte sich Hans-Joachim Mandeln und forderte die Bammersdorfer Kamera hinsichtlich des Feuerwehrbedarfsplanes auf, am Ball zu bleiben und: “Versucht das Beste rauszuholen”.

Quelle: Fehmarnsches Tageblatt vom 16. Januar 2014