Puttgarden: Giftiges Pulver löst Großeinsatz im Fährhafen aus

Ein giftiges Pulver hat im Fährhafen Puttgarden auf Fehmarn einen Großeinsatz mit mehr als 100 Feuerwehrleuten ausgelöst. Die Polizei überprüfte am Mittwochabend einen nicht vorschriftsgemäß gekennzeichneten Kleintransporter, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag mitteilte.

Puttgarden . In den gestrigen Abendstunden wurde durch Beamte der Wasserschutzpolizeistation Puttgarden ein rumänischer Klein-Lkw kontrolliert, der verschiedene Versandstücke transportiert. Wegen einer unkorrekten Papierlage durfte der Fahrer seine Fahrt nicht fortsetzten und musste bis zur Klärung im Fährhafen von Puttgarden verbleiben.

Als die Beamten später den Lkw wieder aufsuchten, hantierte der Fahrer mit seinen Versandstücken auf der Ladefläche seines Fahrzeuges. Die Beamten trauten ihren Augen nicht, als sie sahen, dass auf den Säcken das Totenkopf-Symbol für giftige Stoffe klebte und schließlich aus einem der Säcke ein weißes Pulver auf die Ladefläche rieselte.

Der Fahrer wurde sofort aufgefordert den Lkw zu verlassen und der Bereich weiträumig abgesperrt. Der Gefahrgutzug Nord der Feuerwehr wurde alarmiert und begann mit dem Umfüllen des ausgetretenen Gefahrgutes. Insgesamt waren 120 Feuerwehrleute an der Gefahrenstellen im Einsatz.

Bei dem Pulver handle es sich um Magnesium-Natrium-Fluorid-Silikat, sagte ein Polizei-Sprecher. Es zähle zur der Gefahrgutklasse der Giftigen Stoffe. Diese können durch Berührungen mit der Haut, Einatmen oder Verschlucken von nur kleinen Mengen zu Gesundheitsschäden oder dem Tod führen.

Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Fahrer mit dem Gefahrgut in Kontakt gekommen war musste er sich seiner Kleidung entledigen und erhielt Ersatzkleidung. Eine ärztliche Untersuchung im nächsten Krankenhaus lehnte er allerdings ab – er wollte die Nacht auf seinem Fahrzeug verbringen. Dies wurde ihm jedoch untersagt und nahegelegt ein Hotel aufzusuchen.

Die beiden eingesetzten Beamtern der Wasserschutzpolizei begaben sich vorsorglich zu einer Untersuchung ins Krankenhaus. Eine Gesundheitsbeeinträchtigung konnte bei beiden derzeit nicht festgestellt werden.

Da das Ausmaß der Gefahr nicht abgeschätzt werden konnte, konnte der Fährverkehr in der Nacht nur eingeschränkt stattfinden, eine Fähre durfte nicht anlegen. In den frühen Morgenstunden wurde der abgesperrte Bereich dann enger gefasst, sodass der Fährbetrieb ohne weitere Einschränkungen weiterlaufen konnte.

Der Klein-Lkw wird nun durch ein Spezialfirme dekontaminiert werden. Die weiteren Ermittlungen liegen in den Händen der Beamten der Wasserschutzpolizei in Puttgarden.

Quelle: Lübecker Nachrichten