Was ist daraus geworden? Nix, wie immer

Ihr Veranstaltungskalender war gut gefüllt. Sie mischten beim Tauziehen im Rahmen des Fehmarn-Pferde-Festivals und bei der NDR-Stadtwette mit. Sie renovierten ihren Unterrichtsraum und feierten mit ihren Gästen das Osterfest. Tagestour nach Hamburg, Herbstabschlussübung und die Adventsfeier komplementierten den Veranstaltungsreigen. Doch im Zentrum aller Aktivitäten stand ganz klar das Sommerfest “50 Jahre Vogelfluglinie”.

Nach der Fertigstellung der Räume wurde Bannesdorf zum Ausbildungszentrum für die Anwärterausbildung der Feuerwehrmänner und -frauen für ganz Fehmarn.

Ein auf der Herdplatte abgestellter Wäschekorb und ein auf dem Herd vergessener Topf mit Fleisch – zwei kleine Einsätze hatten die Bannesdorfer Kameraden von Januar bis März zu absolvieren. “Bei unserer Nachbarwehr in Meeschendorf brannte auch die Hütte. Die Feuerwehr stand kurz vor der Auflösung”, hatte Wehrführer Rolf Möller im Rahmen der Jahreshauptversammlung in seinem Jahresrückblick noch einmal Revue passieren lassen. Krisengespräch in Meeschendorf. Zu dem hatte Gemeindewehrführer Volker Delfskamp die Ortswehrführer Friedrich Rathjen (Burg), Björn Wilder (Meeschendorf) und Rolf Möller eingeladen.

Innerhalb kürzester Zeit mussten neue Mitglieder gefunden werden, sonst hätte mit der Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr Meeschendorf gerechnet werden müssen. Die Einführung einer Zwangsfeuerwehr wäre unumgänglich gewesen. Die Bewohner im Ausrückebezirk Meeschendorf – angeschrieben wurden die Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 18 und 50 Jahren – hatten einen Brief erhalten, später wurden sie von den Feuerwehrkameraden aus Meeschendorf besucht. Der Erfolg: Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Meeschendorf konnten sieben neue Anwärter begrüßt werden. “Aufgrund dieser Situation sollten neue Anreize für Kameraden der Feuerwehren auf Fehmarn geschaffen werden. Beispiele gibt es genug: Feuerwehrrente, freies Parken in der Stadt, freier Eintritt ins Schwimmbad und vieles mehr. Aber was ist daraus geworden?, Nix, wie immer!”

Auf der Rückfahrt von einer Tagestour nach Hamburg krempelten die Kameraden noch einmal die Ärmel auf. Sie wurden gebeten, dem Wasserbeschaffungsverband beim Abpumpen des Löschteiches zu helfen. Ein Rohrbruch in der Wasserleitung in Presen sollte repariert werden. “Allerdings befand sich die Bruchstelle sehr nah am Löschteich, das heißt, es floss Wasser aus dem Teich in die ausgehobene Baugrube, so Rolf Möller in seinem Rückblick. Die Wassermassen seien so groß gewesen, dass die eingesetzten Tauchpumpe die Baugrube nicht habe trocken legen können. Die Wehren Bannesdorf und Meeschendorf seien alarmiert worden, um aus dem Löschteich das Wasser zu entfernen.

Die Kameraden der Bannesdorf Wehr, die im vergangenen Jahr auch ihre Homepage neu gestalteten, hatten den 2. Platz beim Tauziehen im Rahmen des Fehmarn-Pferde-Festivals erzielt. Die Bannesdorfer mussten sich dem Team des SV Fehmarn geschlagen geben.

Zum großen Finale der gewonnenen NDR-Stadtwette ging es für die Bannesdorfer nach Grömitz. “Wir waren dabei, und das ist das Wichtigste”, musste Gemeindewehrführer Volker Delfskamp sagen. Denn trotz “guter Vorbereitung und herausragender kämpferischer Leistung” hatten die Fehmaraner den Hauptpreis, einen Tag freien Eintritt in dem Hansa-Park für alle Einwohner der Stadt nicht entgegennehmen können.

Sehr viel Zeit und Kraft sei in die Organisation für ein so großes Projekt geflossen. Wehrführer Rolf Möller beschrieb in seinem Jahresrückblick, wie viel zu planen, zu finanzieren und umzusetzen gewesen sei. Es habe viele Tage und Stunden gedauert, das Fest auszurichten. “Aber am Ende hatte es sich gelohnt.”

Für allerhöchste Alarmstufe hatte ein auf der E47 zwischen Burg und Niendorf liegengebliebener dänischer LKW, dem ein Reifen geplatzt war, gesorgt. Aus dem Gefahrgut-Brummi war rund ein Liter hochgefährliche Flüssigkeit ausgetreten, erinnerte Rolf Möller an den Vorfall: also der Fahrer stark abbremste, sei der giftige Stoff ins Überlaufsystem gedrückt worden und hatte durch eine defekte Dichtung austreten können.

Auch Sturmtief “Xaver” forderte die Kameraden. Sie bekamen es mit elf Sturmeinsätzen zu tun. Insgesamt hatten die Bannesdorfer Kameraden 34 Einsatzberichte geschrieben: fünf Kleinbrände, einmal Stoffe beseitigen, einmal ausströmendes Wasser, dreimal sonstige Hilfeleistungen, zwei Einsatzübungen, sechs Löschwasser schauen, zwölf Unwettereinsätze, eine Sicherheitswache und drei Brandschutzunterweisungen wurden im vergangenen Jahr absolviert.

Quelle: Fehmarnsches Tageblatt vom 15. Januar 2014