Grüner Brink – Einsatzabbruch: Feuerwehr rettet zwei Rehböcke im Naturschutzgebiet

Puttgarden a. F. – Sirenenalarm im Inselnorden. In Puttgarden rückt die Feuerwehr aus — jedoch nicht zum Brand oder Verkehrsunfall. Sondern zu einem ganz ungewöhnlichen Einsatz, der nichts für die herkömmliche Statistik hergibt und auch keine polizeiliche Ermittlungen nach sich zieht. Aber sie haben tatsächlich Leben gerettet. Nämlich das von zwei Rehböcken.

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Feuerwehreinsatz am Grüner Brink

onntagvormittag vor einer Woche, draußen nieselt es. Später wird der Regen stärker. Naturschützer schlagen Alarm. Im Wasser vor dem Naturschutzgebiet Grüner Brink sind zwei Rehböcke von ihren sicheren Pfaden abgekommen. Sie drohen zu ertrinken. „Als wir eintreffen, stecken sie bis zum Hals im Wasser drin“, berichtet Wehrführer Heiko Heesch. Das schlammige Terrain, im geschützten Niemandsland zwischen Niobe-Strand und Grünem Brink, ist auch für die Wehrmänner schlecht erreichbar.

Mit 16 Kräften ist die Ortswehr Puttgarden-Todendorf rund zwei Stunden im Einsatz. Zwei Jäger stehen ihnen zur Seite. Das Schlauchboot kommt zum Einsatz, ebenso zwei Rettungsbretter. Über die See werden Seile gespannt, so gut es geht. Denn ohne diese Sicherung hat auch ein erfahrener Feuerwehrmann von der Küste allein mit einer Wathose keine reelle Chance gehabt, zum hilflosen Rehbock-Duo vorzustoßen. Doch sie schaffen es mit vereinten Kräften. Und mit einem Weibchen als Zuschauerin, das die beiden Rehböcke vom sicheren Ufer aus beobachtet. Ende gut, alles gut. Heesch hinterher: „Die beiden Rehböcke konnten wir rausziehen, danach sind sie wohlauf davongelaufen.“

Quelle: Lübecker Nachrichten vom 26. Juli 2015