Bannesdorf: 4 Kinder aus brennender Scheune gerettet

Fehmarn – das Wohnhaus wäre zwar nicht in Gefahr gewesen, doch die Scheune hätten die Kameraden im Echtfall vermutlich nicht halten können. Wind aus Nordwest um 4 Beaufort, in Böen 5, hätten den Kameraden der Wehren Puttgarden-Todendorf, Meeschendorf und Bannesdorf das Leben ganz schön schwer gemacht. Wie gesagt, wenn es sich am Sonnabend auf der Hofstelle Beck in Bannesdorf um einen echten Brand gehandelt hätte.

So blieb es bei imaginärem Funkenflug und einem “Feuer”, das der Wind weiter anfachte und in die Balken der Scheune trieb, in der es am Sonnabend “brannte”. Bannesdorf in heller Aufregung: die vier Kinder des Bauern (zwei Kinder, zwei Puppen) galten als vermisst und wurden im hinteren Teil der Scheune vermutet, in der sich die Flammen rasch ausbreiteten.

Neben der Menschenrettung war die Brandbekämpfung weiterer Schwerpunkt im Drehbuch den Jahresabschlussübung, zu der sich rund 45 aktive Kameraden in der Bannesdorfer Rosenstraße 22 eingefunden hatten, um den Ernstfall zu proben. Die gestellten Aufgaben wurden zur Zufriedenheit von Zuschauern und Ehrengästen gelöst, die sich Sonnabendnachmittag am Schauplatz der Herbstabschlussübung eingefunden hatten, um sich ein Bild vom Ausbildungs- und Leistungsstand und dem Zusammenspiel der Kameraden zu machen.

Starke Rauchentwicklung – pyrotechnische Effekte von Marco Hörnte – sorgten für realistische Bedingungen und machten den Kameraden unter Atemschutz in der Scheune die Arbeit schwer. Doch nach und nach wurden die Vermissten gefunden und aus der brennenden Scheune gebracht. Während sich die Bannesdorfer, Ausrichter der Herbstabschlussübung, unterstützt von den Meeschendorfern und Puttgarden-Todendorfern auf die Menschenrettung konzentrierten, übernahmen die Meeschendorfer die Brandbekämpfung von der Südseite der Scheune. Die Puttgarden-Todendorfer Kameraden stellten die Brandbekämpfung im östlichen Bereich der Scheune sicher.

Hauptlöschmeister Andreas Schacht, der als Einsatzleiter den Hut auf hatte, war zufrieden mit dem, was er gesehen hatte. Das sagte er vor der offiziellen Manöverkritik, die später in Bannersdorfer Gerätehaus statt fand, gegenüber dem FT. Der Ablauf der Übung habe wie vorgesehen funktioniert, gut geklappt habe das Zusammenspiel der Wehren, die Wasserversorgung, die ausschließlich über Hydranten erfolgte, habe gestimmt. Der Druck sei in ausreichender Form vorhanden gewesen, so habe man unter realistischen Bedingungen üben können, so Andreas Schacht. “Die Kinder” gerettet, die Scheune, die dank gezielter Löschangriffe weitestgehend unversehrt blieb – mehr Happy End geht fast nicht. Oder vielleicht doch?

Gerne hätte Rolf Müller interessierten Gästen im Anschluss an den Praxisteil der drei Wehren noch etwas über die zwei nahezu nagelneuen Fahrzeuge erzählt, die eingangs der Hofstelle standen. Doch niemand fand sich beim Bannesdorfer Wehrführer ein, der die Gäste betreute und den Einsatz moderiert hatte. So fungierte die Ladefläche des GW-L1 nach wie vor als zentraler Anlaufpunkt für die Atemschutzgeräteträger, unter anderem auch zum Tausch der Pressluftflaschen und Wiederherstellung der Geräte. Wenn das Fahrzeug das seit Mai in Bisdorf stationiert ist, nicht bei Jahresabschlussübungen oder Sommerfesten einem sonst für gewöhnlich interessierten Publikum zur Ansicht steht, ist es in besonders brenzligen Fällen im Einsatz.

Neben den 11 Ortswehren auf der Insel ist auch eine Erkundungsgruppe vom Löschzug Gefahrgut Ostholstein Nord (LZG OH Nord) auf Fehmarn im Einsatz, ihr Arbeitsmaterial, der Gerätewagen, ausgestattet mit allem, was in Gefahrgutlagen für den Sondereinsatz erforderlich wird, steht derzeit im Bisdorfer Feuerwehrhaus warm und trocken. Mit diversen Rollcontainer an Bord, einem Stromaggregat, einem aufblasbaren Zelt, ausgestattet mit Drucker und Laptop.

Was die Technik anbelangt, steht auch der ELW 1 (Einsatzleitwagen) dem großen Bruder um nichts nach. Die Technik an Bord stellt bei großen Einsätzen auf der ganzen Insel eine hochmoderne Einsatzleitung sicher. Der ELW 1 ist bei der Burger Wehr stationiert und wird von Führungskräften der gesamten Feuerwehr Stadt Fehmarn besetzt.

In der Zentrale befinden sich ein Funktisch, Funkgeräte, ein Faxgerät und Telefone. Die Schaltzentrale verfügt über Drucker und WLAN und ist bestens geeignet, um Infos an die Leitstelle zu übermitteln. Der ELW 1 rückt zu allen Einsätzen der Feuerwehr Burg und bei größeren Schadenslagen auf der gesamten Insel Fehmarn mit aus. Er dient der Führungunterstützungsgruppe Fehmarn als optimale Einsatzzentrale.

Im Kofferraum des Fahrzeugs befinden sich unter anderem eine Kabeltrommel, ein Feuerlöscher und ein Bolzenschneider, Lampen und Scheinwerfer sowie Gurte, Kanister und Absperrmaterial.

Quelle: Fehmarnsches Tageblatt vom 01.11.2016