Puttgarden: Ölunfall im Fährhafen

FEHMARN – Von Laura Oswald-Jüttner – Großeinsatz am Sonntag im Fährhafen Puttgarden: Im Fährbett 1 hatte die Fähre „Prinzess Benedikt“ aus bisher ungeklärter Ursache ein Öl-Wasser-Gemisch verloren. Dutzende Helfer waren im Einsatz.

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Um kurz nach 11 Uhr ging bei den Freiwilligen Feuerwehren Puttgarden-Todendorf und Bannesdorf die Meldung ein, dass das ganze Hafenbecken im Fährhafen Puttgarden voller Schweröl sei. Beim Eintreffen am Einsatzort sahen die Kräfte die Schweinerei schon von Weitem. Nicht nur im Hafenbecken schwamm ein Ölteppich, auch am Anleger schwamm die dicke schwarze Brühe. Schnell wurde klar, dass es sich um ein Gemisch aus Altöl und Wasser handelte, was zwar keineswegs ein Grund zur Entwarnung war, aber nicht ganz so schlimm, als wenn reines Öl ausgetreten wäre. Heiko Kähler, Geschäftsführer von Scandlines, und Kapitän Johannes Wasmuth ermittelten direkt, dass die Fähre „Prinsesse Benedikte“ das Öl verloren hatte. Weitere Auskünfte konnten sie jedoch nicht geben. Auch die Pressestelle der Reederei Scandlines konnte am Sonntag keine weiteren Angaben zu Ursache und Auswirkung machen.

Die Freiwillige Feuerwehr Heiligenhafen wurde als Ölwehr nachalarmiert. In der Zwischenzeit schafften die Inselwehren Bindemittel heran, um das Öl an Land aufzunehmen und es später absaugen zu lassen. Auch wurden die ersten Ölsperren im Hafenbecken gezogen, damit der Ölteppich nicht auf die Ostsee hinaus trieb. Wie Heiko Kähler mitteilte, habe man ein wenig Glück im Unglück gehabt: Da das Wasser sehr ruhig war, trieb der Teppich nicht unkontrolliert auf der Wasseroberfläche.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein wurde ebenso informiert wie der Katastrophenschutz und das Technische Hilfswerk (THW) aus Kiel und Lübeck, die mit entsprechendem Gerät zur Ölbekämpfung anrückten. Auch der Gefahrgutzug Ostholstein rückte mit einem Fahrzeug an, ebenso die Führungsgruppe aller Feuerwehren Fehmarns.

Wegen des Einsatzes war der Fährverkehr beeinträchtigt. Allerdings nicht so sehr wie der Bahnverkehr. Zugreisende mussten am Bahnhof Puttgarden den Zug verlassen und zur noch verkehrenden Fähre laufen. Scandlines war sehr bemüht, den Verkehr trotz des Ölunfalls so reibungslos wie möglich abzuwickeln.

Eine Reinigungsfirma aus Lübeck wurde alarmiert, die sowohl den Ölteppich vom Wasser absaugen sollte, wie das bereits gebundene Öl an Land.

Der Katastrophenschutz übernahm schließlich die Einsatzleitung. Gegen Mittag überflog ein Hubschrauber das Gebiet, um sich ein genaues Bild des Ausmaßes einer möglichen Umweltverschmutzung zu machen.

Ein Ölschiff wurde ebenfalls angefordert, konnte aber erst am Nachmittag vor Ort sein. Es kreuzte vor dem Hafenbecken, während Mitarbeiter einer Reinigungsfirma aus Lübeck mit den Säuberungsarbeiten begannen. Die Feuerwehrkameraden trieben den Ölteppich mit Wasser aus den Schläuchen in eine Ecke des Hafenbeckens, von wo aus es dann abgesaugt wurde. Zwischendurch erschwerte einsetzender Regen die weiteren Arbeiten.

Bis in den Abend dauerte der Einsatz an. Gemeindewehrführer Volker Delfskamp äußerte gegenüber dem FT, dass er so etwas in seiner langen Feuerwehrlaufbahn noch nicht erlebt habe.

Quelle: fehmarn24.de