Scheune in Avendorf brennt nieder

FEHMARN – Als um 3.04 Uhr die Meldeempfänger gingen, ahnte noch keiner der alarmierten Kameraden, dass er es mit einem der größten und längsten Einsätze der vergangenen Jahre auf Fehmarn zu tun bekommen sollte. 110 Kameraden, die neun Stunden lang gegen die Flammen kämpften – eine gewaltige Kraftprobe für Mensch und Material. 

Zunächst im westlichen Teil der großen Scheune in Avendorf loderten die Flammen, die sich später durch das komplette Gebäude fraßen. 110 Kameraden waren im Einsatz. © fehmarn24/nic

Kameraden diverser Wehren wurden am frühen Sonnabendmorgen nach Avendorf gerufen. In der Sundstraat 20 brannte es in einer über 500 Quadratmeter großen Scheune, die, zur Lagerung von Material und Maschinen genutzt, neben landwirtschaftlichen Gerätschaften auch jede Menge Stroh im Obergeschoss eingelagert hatte; was den Löschvorgang immens erschwerte.

„Großbrand“ hatte die Leitstelle in ihrer Alarmierung ausgerufen, keinesfalls übertrieben, wie sich für die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Süderort, Landkirchen, Vadersdorf, Bisdorf-Hinrichsdorf und Burg (mit ihrer Drehleiter) schnell herausstellen sollte. Später wurden noch Atemschützer aus Meeschendorf, Bannesdorf und Puttgarden, aus Dänschendorf und Sulsdorf hinzugezogen. Auch wurde Unterstützung vom Festland angefordert. Kameraden aus Heiligenhafen wurden nach Avendorf bestellt. Sie hatten ebenfalls ihre Drehleiter dabei. Doch der Reihe nach. Als die ersten Kameraden am Einsatzort eintrafen, brannte es im westlichen Teil der großen Scheune von 1952. Schlimm mit anzusehen für den betroffenen Landwirt, der gleich nebenan wohnt. Er, selbst aktiver Feuerwehrmann, hatte bereits Schrecksekunden durchlebt, als er per Meldeempfänger vom Brand seiner Scheune erfuhr. Nachbarn nördlich der Scheune, die bei offenem Fenster geschlafen und entsprechende Geräusche, durch den Brand verursacht, wahrgenommen hatten, hatten das Feuer gemeldet.

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Wie Lars Carstensen, Pressesprecher der Feuerwehr weiter wissen ließ, sei es dem Landwirt noch gelungen, Schlepper und Zugmaschine aus der Scheune herauszufahren. Einige Geräte hätten sich noch in der brennenden Scheune befunden und konnten den Flammen entrissen werden. Inwieweit die Sachen Schaden genommen haben, steht derzeit noch nicht fest. Schnell fest hingegen stand am frühen Sonnabend in Avendorf, dass sich die Flammen im Gebäude, durch den starken Westwind noch befeuert, immer weiter von hinten nach vorne in der Scheune ausbreiteten. Schließlich war die Feuereinwirkung im östlichen Teil der Scheune größer. „Es hat schnell durchgezündet“, so Lars Carstensen.

Stundenlang kämpften die Kameraden von außen und in der Scheune gegen die Flammen. Nach dem Durchbrand hatte auch das Dach, das zum Teil einstürzte, gebrannt. Viel zu gefährlich für den weiteren Einsatz der Atemschutzgeräteträger, die Schwerstarbeit geleistet haben. Einige von ihnen haben bis zu dreimal – eine Flasche mit Pressluft reicht für rund 20 Minuten – den Kampf gegen die in der Scheune wütenden Flammen aufgenommen, so Lars Carstensen.

Da die brennende Strohschicht nicht mit Maschinen hatte erreicht werden können, mussten Atemschützer das Stroh „per Hand“ auf die Diele hinabbefördern, dort wurde das brennende Stroh abgelöscht und mit dem Radlader aus der Scheune gebracht. Ein langwieriges Prozedere, um dann am Vormittag noch die letzten Glutnester aus der Scheune zu bekommen.

Nach ihrem kräftezehrenden Einsatz wurden die erschöpften Kameraden durch nachgeorderte Atemschützer aus dem Inselosten und -westen abgelöst. Als sich dann jedoch Teile vom Dach lösten, entschieden die vor Ort befindlichen Einsatzkräfte den Inneneinsatz abzublasen, stattdessen mit einem Bagger die Giebelwand einzureißen, um von außen weiter zu löschen.

Ab 6 Uhr setzte dann auch noch Regen ein, eine zusätzliche Beeinträchtigung für die Kameraden, die da schon Stunden im Dauereinsatz waren. Nach neun Stunden hatten die 110 Einsatzkräfte den Kampf gegen die Flammen gewonnen. Nicht jedoch die große Scheune, die trotz aller Kraftanstrengungen der Kameraden niederbrannte. Dafür trug die hinzugezogene zweite Drehleiter der Heiligenhafener dazu bei, dass nebenstehende Gebäude hatten geschützt werden können. Menschen und Tiere waren bei diesem Mammuteinsatz in Avenvorf nicht in Gefahr.

Eine reine Glückssache. Denn eine Woche später wäre der Stall voller Schweine gewesen. Die Ferkel waren schon bestellt, so Lars Carstensen. „Dann hätten sich mehrere 100 Schweine im Stall befunden.“ Direkt neben der Scheune, in deren hinterem Teil sich zur Brandzeit gerade zufällig keine Tiere befanden.

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Die Kameraden, zusammengefasst unter der Einsatzleitung von Gemeindewehrführer Volker Delfskamp und unterstützt von der Führungsgruppe der Feuerwehren der Insel Fehmarn, haben ganze Arbeit geleistet. Vom Zusammenspiel der unterschiedlichen Wehren und ihrer professionellen Arbeit hatte sich auch Bürgermeister Jörg Weber, der am Sonnabendmorgen an der Einsatzstelle erschienen war, überzeugen können. Er dankte den Kameraden für ihren neunstündigen Einsatz.

Die Freiwillige Feuerwehr Süderort kümmerte sich, als das Gros der Kameraden um die Mittagszeit aus Avendorf abrückte, um die Nachlöscharbeiten.

Wie es zu dem Großfeuer hat kommen können, steht zur Stunde noch nicht fest. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Quelle: fehmarn24.de