100 Jahre

Den großen Tag auch groß gefeiert

FEHMARN  Von Reinhard Gamon  „Woher wussten eigentlich damals die Gründer, dass der 24. Oktober 2010 auf einen Sonntag fällt ?“ scherzte Fehmarns Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt im Rahmen seiner Grußworte zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Bannesdorf.

Am Sonntag hatten sich zahlreiche Vertreter der Feuerwehren, der Politik und Organisationen im Bannesdorfer Gasthof Meetz getroffen, um im feierlichen Rahmen den runden Geburtstag der Bannesdorfer Ortswehr gebührend zu begehen. Nach vorangegangenem Gottesdienst mit Kranzniederlegung in der Bannesdorfer Johanniskirche überbrachten beim zweistündigen Festakt zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens sowie Amtsträger der örtlichen und überörtlichen Feuerwehrverbände Grüße und Präsente. Durch den Festakt führte der stellvertretende Ortswehrführer der Bannesdorfer Wehr Andreas Schacht, der auszugsweise aus der Chronik der jetzt 100 Jahre alten Ortswehr Passagen las. Dabei ging er auf die erste Versammlung am 8. Oktober 1910 im ehemaligen Alberts Gasthof in Bannesdorf ein, die damals einberufen wurde, um festzustellen, ob ein genügendes Interesse zur Gründung einer eigenen Wehr bestand. Er erinnerte dann an die offizielle Gründungsversammlung am 24. Oktober 1910. Damals gab es 34 Gründungsmitglieder der Wehr. Auch heute ist die Stärkezahl der aktiven Mitglieder 34 Mann. Dazu kommen außerdem jetzt 15 Mitglieder der Ehrenabteilung. Weiterhin ging Andreas Schacht auf zahlreiche Großeinsätze ein, die im Laufe der 100 Jahre bewerkstelligt werden mussten. In vielen Stunden hat der inzwischen verstorbene ehemalige Brandmeister und Ehrenwehrführer der Ortswehr Bannesdorf Gustav-Adolf Albert die insgesamt 225 Seiten lange Chronik verfasst. Stellvertretend übergab Andreas Schacht ein gebundenes Exemplar an die Tochter Marte Albert. Die umfangreiche Chronik enthält auch viele ältere und neuere Fotos und ist in Buchform, wie auch auf einer CD bei der Bannesdorfer Wehr käuflich zu erwerben. In seiner einführenden Festrede erwähnte der Ortswehrführer Rolf Möller, dass die Wehr 100 Jahre uneigennützig Dienst für die Menschen und der Heimat und zum Erhalt von Hab und Gut geleistet hat.

Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt unterstrich im Zusammenhang der am Vortage feierlichen Übergabe des Löschgruppenfahrzeuges LF 10/6, dass die Feuerwehren heutzutage moderne Dienstleister sind und daher auch mit moderner Technik ausgerüstet sein müssen. Hauptbrandmeister Volker Delfskamp überbrachte als Gemeindewehrführer die Glückwünsche aller Inselwehren. „Die Gründungsmitglieder würden nicht aus dem Staunen herauskommen, wenn sie damals gewusst hätten, mit welcher modernen Technik heute gearbeitet wird. Damals arbeiteten sie noch mit Ledereimern und Handspritzen.“ Weiter sagte Delfskamp: „Es ist wichtig, dass Menschen sich für den freiwilligen Dienst in einer Feuerwehr bereit erklären. Heute sogar schon viele Frauen, wenn auch noch nicht in Bannesdorf.“ Auszüge von Friedrich Schillers „Das Lied von der Glocke“ las Ministerialrat Hans Schönherr, Referatsleiter Feuerwehr des Innenministeriums Schleswig-Holstein, in seinen Grußworten vor und übergab neben einer Urkunde mit der Unterschrift des Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen eine symbolische Glocke an die Bannesdorfer Wehr. Er, der auch Grüße vom Innenminister Klaus Schlie überbrachte, wies auf die drei Standbeine einer freiwilligen Feuerwehr hin. Dies seien die Aktiven, die Mitglieder der Ehrenabteilung und die vielen Lebenspartner von Feuerwehrkameraden, die sich mit einbringen und den Dienst ihrer Lebensgefährten bei den Wehren erst ermöglichen. „Die Feuerwehren genießen nach den neuesten Umfragen in der Bevölkerung ein sehr hoher Ansehen“, erklärte der Kreiswehrführer Ralf Thomsen in seinen Grußworten.

Quelle: fehmarn24.de